NFTs kaufen – Hype oder Betrug?

Sicher haben Sie auch schon von NFTs gehört? NFTs kaufen, der neue heiße Scheiss und wer jetzt nicht mitmacht, hat eh schon verloren und dem ist auch nicht mehr zu helfen!

Wir möchten das Thema NFTs beleuchten und Ihnen diesen Hype näherbringen – vielleicht aber auch warnen. Denn wenn Sie den Spruch „Aus Scheisse Geld machen“ kennen, kann ich Ihnen versprechen, dass dies mit NFTs noch getoppt wird.


Was ist ein NFT?

NFT steht für Non-Fungible Token. Ein „kryptografisch eindeutiges, unteilbares, unersetzbares und überprüfbares Token, das einen bestimmten Gegenstand, sei er digital oder physisch, in einer Blockchain repräsentiert“ (Quelle: Wikipedia). Hört sich toll an, oder?

Wenn Sie das Wort „Token“ aber durch Platzhalter oder Position in Warteschlange ersetzen, dann hört sich das schon weniger spannend an. Aber ganz wichtig und in Erinnerung behalten: Dieser Platzhalter oder diese Position in irgendeiner Datenbank eines Anbieters ist durch Blockchain-Technologie abgesichert. Und das Buzzword Blockchain ist ja ebenfalls in aller Munde durch die ganzen Kryptowährungen – muss also gut und sicher sein.

NFT und Blockchain

Da das Token aber dennoch Nichts ist (außer einem Eintrag in einer Datenbank) und ein Geschäftsmodell á la „Sie geben mir Geld und bekommen dafür von mir… Nichts“ auch dem Dümmsten komisch vorkommen muss, haben sich die Erfinder der NFTs einen weiteren Clou ausgedacht.

Und zwar wird das Nichts durch etwas repräsentiert – einem Bild, einem Video oder einem Song. Irgendetwas, das einem potenziellen Käufer eines NFTs vorgaukelt, er bekäme etwas für sein Geld. Irgendetwas, das er / sie / es anderen zeigen und damit ggf. auch angeben kann. Selbstverständlich erhalten Sie den repräsentierten Gegenstand nicht in physischer Form – es handelt sich um ein digitales Asset, das sich irgendwo befindet. Auf einem Server irgendeines Herausgebers, irgendwo im Niemandsland.

NFT - digitales Asset

In dem Token wird dann eine Url (ein Link) auf dieses digitale Asset hinterlegt. Aus dem Nichts (Token) wird dadurch vermeintlich etwas von Wert, nämlich das digitale Asset. Und das lässt sich schon viel besser handeln und zu Geld machen.


NFT Handelsplattformen – NFTs kaufen und verkaufen, der Handel mit Nichts

NFTs werden auf Handelsplattformen gehandelt, also gekauft und verkauft. Es handelt sich um einen hochspekulativen Markt, denn im Endeffekt handeln Sie mit Nichts und hoffen, dass Ihnen jemand dafür Geld zahlt – und idealerweise mehr, als Sie davor dafür gezahlt haben.

Aber Moment mal, wenn da Menschen NFTs kaufen und verkaufen, dann machen die das ja nicht, wenn da tatsächlich Nichts dahintersteht. So blöd kann doch keiner sein!

Na dann möchte ich Ihnen mal folgendes zeigen: Es handelt sich um einen Screenshot aus einer NFT-Handelsplattform für Kunst.

NFT Handelsplattform

Ich hoffe ganz stark, dass Ihnen bei diesem real existierenden Beispiel etwas auffällt. Diese Bilder sehen sich alle sehr ähnlich.

Kennen Sie das hier noch aus Ihrer Kindheit?

Klapp Bilderbuch

Es handelt sich um automatisch generierte Varianten in Form eines Klapp-Bilderbuchs, um möglichst schnell aus… Nichts Geld zu machen.

Aber nicht nur, dass es sich häufig um dahingerotzte, automatisch generierte Massen“kunst“ handelt, nein. Ihnen gehört das digitale Asset ja nicht einmal, sondern nur – wir hatten es oben schon beschrieben – ein Link im Token auf ein digitales Asset auf irgendeinem Server.

Und da auf den Zug „Aus Nichts Geld machen“ viele aufspringen, gibt es auch so etwas hier:

NFT - digitaler McRib

Und hier schön zu sehen: LIMITED COLLECTION, um etwas von Wert vorzugaukeln. Da fällt einem doch wirklich nichts mehr zu ein: most important NFT…


NFTs – Probleme über Probleme

Ich hoffe, die bisherigen Ausführungen haben Sie schon davon abgehalten, sich überhaupt mit dem Thema NFTs zu beschäftigen und NFTs kaufen zu wollen. Falls nicht, möchte ich hier noch einige grundsätzliche Probleme und Fakten zu NFTs wiedergeben.

  • Hatte ich schon erwähnt, dass es bei NFTs um den Handel mit Nichts geht?
  • Der Handel mit NFTs ist die Wette, jemanden zu finden, der dümmer ist, als man selbst.
  • Verkäufer von NFTs hoffen, dass sie einen doofen finden, der ihnen ein NFT abkauft oder mehr dafür bezahlt, als sie selbst dafür gezahlt haben.
  • Käufer von NFTs hoffen, dass sie erneut einen doofen finden, der ihnen das NFT wieder abkauft und zwar zu einem höheren Preis, als sie selbst gezahlt haben.
  • Der NFT-Handel verwendet verstärkt Scarecity – die Angst mit der Knappheit. Wenn Du heute nicht kauft, bist Du morgen der Angemeierte. Oder anders ausgedrückt: wenn ich Dir schon Nichts verkaufe, dann musst Du aber wissen, dass ich nur ganz wenig von dem Nichts habe.
  • Sie erwerben mit dem NFT in der Regel keine Rechte. Sie haben kein Copyright, kein Vermarktungsrecht, Sie haben… Nichts.
  • Was hält mich davon ab, auf Ihr teuer erworbenes NFT bzw. auf dem digitalen Asset (Bild, Video, Musik, etc.) einfach einen Rechtsklick und „Speichern unter“ zu machen? Das ist halt das Problem mit digitalen Assets.
  • Wer garantiert Ihnen, dass der Server, auf dem das digitale Asset hinterlegt und zu Ihrem Token verlinkt ist, noch in ein, zwei, fünf oder 10 Jahren existiert?

Zum Abschluss noch ein Link, der deutlicher nicht sein kann:

‚Jack Dorsey’s First Tweet‘ NFT Went on Sale for $48M. It Ended With a Top Bid of Just $280

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